Konzept

Jugendtreff Lauterecken

Zur Entstehungsgeschichte der Jugendarbeit in der Verbandsgemeinde Lauterecken

Die Verbandsgemeinde Lauterecken war eine der ersten Kommunen im Landkreis Kusel, die die Jugendarbeit als eine ihrer zentralen Aufgaben ansah. Bereits im Sommer 1999 richtete sie eine volle Stelle für eine Sozialarbeiterin ein. Zunächst bestanden die Aufgaben aus Beratung und Unterstützung der Jugendlichen, Hilfestellung bei Bewerbungen, Einzelfallhilfe und der Betreuung des Jugendbauhofes. Die Nachfrage nach diesen Angeboten war sehr groß. Deshalb war man sich in der Verwaltung schnell bewusst, dass man geeignete Räume für einen offenen Jugendtreff suchen musste. Und so wurde das ehemalige Arbeitsamtgebäude dann Schulgebäude in der Schulstraße 12 in Lauterecken zum Treffpunkt aller Jugendlichen in der Verbandsgemeinde. Nach Renovierungsarbeiten, die größtenteils in Eigenleistungen mit dem damaligen Jugendbauhof absolviert wurden, hat der Jugendtreff im Mai 2000 seine Pforten geöffnet. Personell ist der Jugendtreff z.Zt. mit einer Diplom- Pädagogin mit einer vollen Stelle, einer Diplom- Sozialpädagogin mit einer halben Stelle und einem FSJ'- oder BFD'lerIN besetzt.

Ausstattung des Jugendtreffs

Seit Mai 2000 bietet der Jugendtreff nun für alle Jugendlichen der Verbandsgemeinde im Alter von 10 bis 25 Jahren ein attraktives Angebot im Bereich der offenen Jugendarbeit an. Momentan ist der Jugendtreff an vier Tagen in der Woche geöffnet, von dienstags bis donnerstags in der Zeit von 15.00 – 21.00 Uhr und freitags von 17.00 - 22.00 Uhr. Zusätzlich gibt es montags von 15.00 – 17.00 Uhr die Möglichkeit, Unterstützung beim Bewerbungschreiben zu erhalten.

Ausgestattet ist der Jugendtreff mit einem Billard, einem Kicker, einem Airhockey sowie vielen Brett- und Kartenspielen. Auch eine Playstation 3 mit verschiedenen Spielen gibt es im Jugendtreff. Dazu stehen verschiedene Räumlichkeiten zur Verfügung. Eine kleine Theke im Aufenthaltsraum sorgt für Getränke und kleine Snacks. Für den größeren Hunger steht eine Küche zur Verfügung. Außerdem hat der Jugendtreff noch ein mit 5 PCs ausgestattetes Internetcafé, in dem Jugendliche unter Aufsicht chatten, surfen, e-mailen oder Online- Spiele machen können. Seit 2005 gibt es einen Anti - Aggressions - Raum im Jugendtreff, den die Jugendlichen nach Absprache nutzen, um ihre aufgestaute Aggression am Boxsack, Schlagpolster und Matten auszulassen.
Ende 2007 ist der "Chill - out - Raum" im Jugendtreff eröffnet worden. Die Jugendlichen können hier auf einer gemütlichen Sofaliege mit Musik und Bildern von einem Diaprojektor relaxen, sich ausruhen und neue Kraft tanken.

Seit einigen Jahren hat der Jugendtreff eine eigene Homepage www.jugendtreff-lauterecken.de. Hier können sich die Jugendlichen in der Bildergalerie Fotos von verschiedenen Veranstaltungen anschauen oder kommende Termine wahrnehmen. Desweiteren stellen sich die Mitarbeiterinnen vor. Auch ein Gästebuch ist vorhanden.

Aufgaben des Jugendtreffs

Der Jugendtreff hat sich verschiedene Schwerpunkte in der Jugendarbeit gesetzt. Von den Mitarbeiterinnen des Jugendtreffs wird offene Jugendarbeit praktiziert. Das heißt, die Jugendlichen dort abzuholen, wo sie stehen, ihre Interessen und Probleme in Schule, Beruf, mit den Eltern, mit ihren Freunden in den Mittelpunkt der Beratung zu stellen. Ein ganz wichtiger Faktor ist das „aktive Zuhören“ dabei. Das Aufzeigen verschiedener Lösungsansätze gehört ebenfalls dazu. Konkret werden dabei z.B. Probleme in Beziehungen oder in der Familie durchgesprochen oder es geht um eine Hilfestellung beim Ausfüllen von behördlichen Formularen.

Ein Schwerpunkt davon ist seit Beginn der Jugendarbeit in der Verbandsgemeinde Lauterecken die Mithilfe und Unterstützung bei der textlichen Verfassung von Bewerbungsunterlagen. Die meisten Jugendlichen, die den Jugendtreff besuchen, benötigen eine Perspektive für ihre berufliche Zukunft. Dabei helfen die Mitarbeiter des Jugendtreffs, indem sie gemeinsam mit den Jugendlichen überlegen und (danach) nach passenden Ausbildungs- oder Arbeitsplätzen suchen oder andere Maßnahmen für sie aufzeigen. Auch die richtige Formulierung von Bewerbungen ist ganz wichtig, damit die Jugendlichen eine „vorzeigbare“ Bewerbungsmappe in den Händen halten. Dazu gehört auch das Durchspielen von Vorstellungsgesprächen sowie von Einstellungstests. Dies wird ebenfalls mehrfach dann geübt. Bei der Suche nach der geeigneten Ausbildungsstelle arbeiten die Mitarbeiterinnen auch immer eng mit dem Berufsberater des Arbeitsamtes zusammen.

Pädagogische Angebote

Als wöchentliches Angebot bieten die Mitarbeiter des Jugendtreffs dienstags in der Zeit von 16 – 18 Uhr eine Sport AG mit dem Namen „Ball 4 all“ an. Die Jugendlichen können sämtliche Ballspiele, die ihnen Spaß machen, in der Turnhalle der Grundschule unter Aufsicht spielen.

Zu den regelmäßigen Veranstaltungen des Jugendtreffs gehören eine Faschingsfeier, die Teilnahme beim Heimatfestzumzug, eine Halloweenparty und eine Weihnachtsfeier zum Abschluss des Jahres.

Seit dem Jahr 2000 findet jedes Jahr ein ausgedehntes Ferienangebot in den ersten beiden Wochen der Sommerferien statt, welches sich an Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren richtet. Die Kinder erkunden während den Ferienspielen die Umgebung rund um Lauterecken. Sowohl sportliche Betätigungen als auch kreatives Gestalten und lehrreiche Museumsbesuche stehen regelmäßig auf dem Programm. Die Ferienspiele verzeichnen jedes Jahr einen sehr großen Zulauf und sind bis über die Verbandsgemeinde hinaus bekannt.

Erstmals fand 2006 eine Kooperation mit der Grund- und Ganztagsschule St. Julian statt. In den letzten zwei Wochen der Sommerferien gab es für die Einzuschulenden bis zur 4. Klasse ein attraktives Angebot. Die Mitarbeiterinnen des Jugendtreffs waren hierbei in die Vor- und Nachbereitung, die Durchführung sowie in die Organisation involviert.

Seit dem Jahr 2007 gibt es ein Ferienprogramm während den gesamten Sommerferien. Dieses wird in Zusammenarbeit mit den Vereinen der Verbandsgemeinde Lauterecken gestaltet. Von Sportangeboten, über Wanderungen, Angeln, Modellflug und Kreativangeboten ist für Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren etwas dabei.

Ab April 2006 bietet die Beratungsstelle Sucht und Abhängigkeit, Jugend und Drogen des Diakonischen Werkes Kusel monatliche Sprechstunden in Lauterecken an. Das Angebot richtet sich sowohl an selbst betroffene Menschen jeden Alters sowie an Angehörige, Freunde, Bekannte, Kollegen etc. Die regelmäßig stattfindenden Sprechstunden finden im Jugendtreff statt.

Ehrenamtliche Jugendräume in der Verbandsgemeinde

In der Verbandsgemeinde gibt es in mehreren Ortsgemeinden ehrenamtlich geführte Jugendräume. Die Räume sind zumeist in Selbstverwaltung der Jugendlichen und werden von Erwachsenen vor Ort unterstützt. In den einzelnen Jugendräumen  sind die jeweiligen Ortsbürgermeister Ansprechpartner.
Auch bei auftretenden Problemen oder bestimmten Anliegen brauchen die Jugendlichen in den Ortsgemeinden eine kompetente Unterstützung. Diese wird einerseits durch die Mitarbeiterausbildung und andererseits durch die Unterstützung und Beratung durch die Mitarbeiterinnen des Jugendtreffs gewährleistet. Die Mitarbeiterausbildung richtet sich an die Jugendlichen, die sich für die Aufsicht und Betreuung der ehrenamtlichen Jugendräumen bereit erklärt haben. Dabei geht es um die Themen Aufsichtspflicht, Jugendschutz, Klärung von Konflikten, Erste Hilfe, Hygieneschutzbestimmungen und um rechtliche Grundlagen. Die Mitarbeiterausbildung wird von den Mitarbeiterinnen des Jugendtreffs in Kooperation mit den Jugendpflegern aus dem Kreis Kusel organisiert und veranstaltet. Am Ende jeder Mitarbeiterausbildung erwerben die Jugendlichen die „Juleica“ (Jugendleitercard), die sie dazu befähigt, verantwortungsbewusst mit den einzelnen Besuchern in den ehrenamtlichen Jugendräumen umzugehen.

Ansonsten stehen die Mitarbeiterinnen des Jugendtreffs den Jugendlichen und der Ortsgemeinde mit Rat und Tat zur Seite. Das Erstellen einer Wunschliste für die Einrichtungsgegenstände, das Aufstellen einer Hausordnung sowie eines Regelkatalogs und das Verfassen einer Stellungnahme für den Zuschussantrag ans Land gehören in diesem Zusammenhang ebenfalls zu ihren Aufgaben.

Kooperationen mit anderen Institutionen

Die Mitarbeiterinnen des Jugendtreffs arbeiten sehr viel in Kooperation mit anderen Einrichtungen, die ebenfalls für die Jugendarbeit tätig sind. Vor allem die Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis St. Wendel ist sehr eng und produktiv. Auch die Prot. Kirchengemeinde und das Dekanat Lauterecken gehören zu den ständigen Kooperationspartnern. Nur unter solchen Voraussetzungen können größere Veranstaltungen, wie das Skate- Event, das Kleinfeldturnier oder der Mädchen - Aktionstag überhaupt stattfinden.

So sind die Mitarbeiterinnen des Jugendtreffs auch Hauptinitiatoren der Projektgruppe „Tol(l)eranz find ich gut“. In dieser Gruppe sind Vertreter des Kreisjugendrings/Kreisjugendamtes Kusel, des Jugendreferats des ev. Kirchenkreises St. Wendel und des Prot. Dekanats Lauterecken. Diese Projektgruppe entstand im Jahre 2001 aus dem Anliegen, auf rechtsextremistische Tendenzen in Lauterecken aufmerksam zu machen. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Lauterecken verstärkt „rechtsorientierte“ Gesinnungen zu bemerken, wie z.B. Jugendliche mit Springerstiefeln oder mit anderen nationalistischen Zeichen. So wurden in den Jahren 2001 und 2002 verschiedene Aktionen geplant und durchgeführt, was zu einem Rückgang der rechtsextremistischen Tätigkeiten führte. Jedoch sind wieder im Jahr 2006 – dokumentiert durch das Wahlergebnis - „rechte Stimmungen“ auszumachen. Daher hat es sich die Projektgruppe wiederum zur Aufgabe gemacht, Konzepte zu entwickeln und Veranstaltungen zu planen, die für Toleranz und gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit werben, wie z.B. die Theatervorstellung „Die weisse Rose“ oder die Filmnacht. Desweiteren gab es noch viele Aktionen, wie z.B. eine Fahrt ins KZ Auschwitz in den Herbstferien 2007.

Zusammenarbeit mit Schulen

Ein Hauptanliegen der Mitarbeiterinnen ist es mit den ortsansässigen Schulen zusammen zu arbeiten. Bereits im Jahr 2001 gab es eine Kooperation in Form einer Internet-AG mit den Schülern der Janusz-Korczak-Schule Lauterecken.

Mit der Grundschule Lauterecken gab es im September 2006 in Zusammenarbeit mit einer Fachkraft von der Erziehungsberatungsstelle in Kusel ein Projekttag zum Thema Gewaltprävention.

Gleichzeitig arbeiten die Mitarbeiterinnen mit der Veldenz-Hauptschule Lauterecken zusammen und sind dort zweimal wöchentlich für die Nachmittagsbetreuung zuständig. Die Schüler werden während ihrer Lernzeit und ihrem Förderunterricht beaufsichtigt und unterstützt oder erhalten freizeit-pädagogische Angebote. Dazu gehörte von Oktober 2006 bis Juni 2007 eine „Toleranz-AG“, die einmal im Monat stattfand und die Schüler der 8. bis 10. Klasse für Themen wie Menschenwürde, Toleranz und Fremdenfeindlichkeit sensibilisierte.

Jugendarbeit in der Verbandsgemeinde

Die Jugendarbeit in der Verbandsgemeinde wird natürlich auch durch die Vereine und Verbände, in denen Jugendarbeit betrieben wird, gewährleistet. Hierbei muss man den vielen Vereinen ein Lob aussprechen. Daher ist es ein Anliegen der Mitarbeiterinnen, die hiesigen Vereinen bei pädagogischen Fragestellungen zu unterstützen. Die Vereine gehören mitunter zu den Kooperationspartner des Jugendtreffs beim Ferienprogramm.

Ebenso sind die Mitarbeiterinnen Ansprechpartner für die Jugendfeuerwehren der Verbandsgemeinde; gleichzeitig unterstützen die Jugendfeuerwehren die Mitarbeiterinnen. Sie arbeiten mit ihnen zusammen. So kümmerte sich die Jugendfeuerwehr Lauterecken schon zweimal um das Grillen beim Skate - Event. Es gibt fünf Jugendfeuerwehren in der Verbandsgemeinde Lauterecken mit den einzelnen Jugendfeuerwehrwarten.

Die Verbandsgemeinde steht heute noch mehr denn je hinter der Konzeption. Gerade in Zeiten der hohen Arbeitslosigkeit von Jugendlichen, den vielen Schulabgänger ohne Schulabschluss muss eine Ansprechbasis geboten werden. Deshalb wird die Verbandsgemeinde den Jugendtreff unterstützen und die Tätigkeiten, Projekte und Aktionen in jeglicher Hinsicht – sei es in finanzieller sowie auch in personeller Ausstattung soweit machbar mittragen. Dies hat der Verbandsgemeinderat bisher immer getan und wird dies auch weiterhin gewährleisten.